Thomas Pappert StadtratThomas Pappert Stadtrat

Von Thomas Pappert

Die geplante Neu- und Umgestaltung der Turmstraße und Zehentgasse wird derzeit im Gemeinderat diskutiert. Eine Aufwertung dieser Bereiche ist grundsätzlich sinnvoll und wird auch von uns unterstützt. Eine attraktivere Innenstadt liegt im Interesse aller Bürger.

Problematisch wird es jedoch dort, wo aus einer sinnvollen Verschönerung eine überzogene und kostenintensive Umgestaltung wird, die sich zunehmend an politischen Leitbildern statt an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger orientiert.

In nahezu jedem Zusammenhang taucht mittlerweile das Schlagwort „Green Capital“ auf. Heilbronn wird jedoch auch nach 2027 weiter bestehen müssen. Stadtentwicklung darf sich nicht an kurzfristigen Projekten orientieren, sondern muss langfristig tragfähig sein.

Im Zuge der Planungen sollen zahlreiche Parkplätze entfallen. Dass bei einer Umgestaltung einzelne Stellplätze wegfallen, ist nachvollziehbar. Die Größenordnung der geplanten Reduzierung geht jedoch zu weit. Bereits heute zeigt sich in diesem Bereich, dass weniger Parkraum nicht zu weniger Verkehr führt, sondern zu mehr Suchverkehr.

Gerade die Turmstraße war lange Zeit ein Punkt, an dem Parkplatzsuchende noch eine realistische Chance hatten, einen Stellplatz zu finden. Mit der schrittweisen Reduzierung von Parkflächen und zusätzlichen Belegungen in angrenzenden Bereichen ist diese Möglichkeit zunehmend entfallen. Genau an diesem Punkt kippt die Situation: Fahrzeuge sind länger unterwegs, der Verkehr verlagert sich in die umliegenden Straßen und die Belastung steigt.

Zusätzliche Maßnahmen wie Trinkbrunnen oder Vernebelungsanlagen treiben die Kosten weiter in die Höhe, ohne einen entsprechenden Mehrwert für die Mehrheit der Bürger zu schaffen. Allein für solche Anlagen entstehen Kosten von rund 12.000 Euro pro Straße. Hinzu kommen laufende Kosten für Pflege und Unterhaltung der Grünanlagen in erheblicher Höhe.

Natürlich darf und muss die Pflege öffentlicher Flächen Geld kosten. Die hier vorgesehenen Summen stehen jedoch in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen. In Zeiten knapper Haushalte sollte verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umgegangen werden.

Wir wollen ein schöneres Heilbronn. Aber wir wollen ein Heilbronn mit Augenmaß – funktional, bezahlbar und für alle Bürger nutzbar.

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