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Gedanken zum Ausbau der Radinfrastruktur in Heilbronn

Von Thomas Pappert

Ich bin keineswegs grundsätzlich gegen den Ausbau der Radinfrastruktur. Im Gegenteil: Dort, wo Radwege sinnvoll sind und einen echten Mehrwert bieten, sollten sie selbstverständlich gebaut oder verbessert werden. Entscheidend ist jedoch, dass dies mit Maß und Ziel geschieht.

Der Gemeinderat hat den Ausbau der Radinfrastruktur im Norden Heilbronns beschlossen. Geplant sind zwei Teilabschnitte – eine Nord- und eine Südtrasse –, die das IPAI-Gelände mit dem Neckarradweg verbinden sollen. Das Land Baden-Württemberg übernimmt zwar 65 Prozent der Kosten, dennoch verbleibt für die Stadt ein Eigenanteil von fast zwei Millionen Euro.

Dass das IPAI eine gute Verkehrsanbindung benötigt, steht für mich außer Frage. Davon profitieren nicht nur die künftigen Beschäftigten, sondern auch die Stadtteile Neckargartach und Biberach. Eine Radwegeverbindung gehört selbstverständlich dazu.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die derzeitigen Planungen insgesamt schlüssig sind. Nach den Vorstellungen der Stadt sollen künftig 25 Prozent des Verkehrsaufkommens mit dem Fahrrad bewältigt werden. Ob dieses Ziel realistisch ist, darf zumindest hinterfragt werden.

Hinzu kommt, dass der eigentliche Radschnellweg RS3 entlang des Neckars auf weiten Strecken noch gar nicht den Anforderungen eines Radschnellwegs entspricht. Gerade Richtung Heilbronner Innenstadt fehlen wichtige Ausbaumaßnahmen. Wann diese umgesetzt werden, konnte bislang nicht verbindlich beantwortet werden.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Peter-Bruckmann-Brücke. Der gemeinsame Fuß- und Radweg ist dort viel zu schmal und birgt erhebliche Gefahren. Gleichzeitig steht ohnehin ein Neubau der Brücke in den kommenden Jahren an. Auch an anderen Stellen bestehen noch Engpässe, etwa im Bereich der Neckargartacher Brücke.

Mein Eindruck ist, dass in Heilbronn häufig dort großzügige Radwege entstehen, wo ausreichend Platz vorhanden ist. An anderen Stellen begnügt man sich dagegen oft mit aufgemalten Markierungen auf bestehenden Fahrbahnen. Ein durchgängiges Gesamtkonzept ist für mich nur schwer zu erkennen. Stattdessen entsteht vielfach der Eindruck eines Stückwerks, das eher Verwirrung als Klarheit schafft.

Mein Fazit lautet deshalb: Ja zum Ausbau der Radinfrastruktur – aber dort, wo sie sinnvoll, sicher und in ein schlüssiges Gesamtkonzept eingebunden ist. Investitionen müssen nachvollziehbar sein und den tatsächlichen Bedürfnissen der Bürger dienen.

Thomas Pappert

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