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Veranstaltung mit Straßensperrungen – Unverhältnismäßige Maßnahme beim Triathlon.

von Thomas Pappert

Am Sonntag, den 14.06.2026, fand in Heilbronn der VR Bank Triathlon Heilbronn powered by AUDI statt.

Solche sportlichen Ereignisse sind zu begrüßen und finden auch in der Bevölkerung großen Anklang. Sie genießen auch die Zustimmung und Unterstützung der AfD-Fraktion im Gemeinderat. Die Badstraße diente auch in diesem Jahr als Veranstaltungsort. Dass es dabei zu Verkehrsbeeinträchtigungen und Sperrungen kommen muss, ist erforderlich und unumstritten. Auch dass man zum Aufbau von Sperrgittern im Vorfeld Platz braucht und auf der Straße parkende Fahrzeuge entfernt, ist notwendig.

Aber nach dem Motto unserer Fraktion: Alles mit Maß und Ziel!

Wenn man aber für eine Veranstaltung, die am Sonntagmorgen stattfindet, die gesamte Badstraße schon am Donnerstagabend absperrt, dann trifft das bei den Anwohnern und auch bei uns auf großes Unverständnis. Ich selbst wurde in meiner Funktion als Stadtrat erst am Freitag auf diesen Zustand aufmerksam gemacht. Daraufhin habe ich meine Kontakte als pensionierter Polizeibeamter genutzt und beim zuständigen Polizeirevier Heilbronn sowie beim Führungs- und Lagezentrum nachgefragt. Dort zeigte man Verständnis und vermittelte den Kontakt zum Kommunalen Ordnungsdienst (KOD). Auch beim KOD traf ich auf Verständnis und man sicherte mir zu, dass man sich um die Sache kümmern werde.

Bei einem Rückruf wurde mir mitgeteilt, dass alles seine Richtigkeit habe.

Auskunft über den Umfang und den zeitlichen Ablauf der Sperrung bekam ich vom KOD jedoch nicht. Am Freitagabend gegen 19 Uhr habe ich mir die Situation in der Badstraße selbst angeschaut. Dabei habe ich festgestellt, dass alle in die Badstraße führenden Straßen mit Absperrungen versehen und mit dem Verkehrszeichen 250 für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt waren. Von einer älteren Anwohnerin wurde ich angesprochen. Sie beklagte sich darüber, dass sie ihre Garage nicht mehr anfahren konnte. Besonders problematisch war, dass außerhalb der regulären Dienstzeiten niemand erreichbar war, der kurzfristig Entscheidungen treffen oder offensichtliche Probleme überprüfen konnte. Für die betroffenen Bürger gab es weder einen zuständigen Ansprechpartner noch eine Notfallnummer.

Nach dem Triathlon habe ich mit dem Amt für Straßenwesen Kontakt aufgenommen. Eine umfassende Auskunft wurde mir jedoch nicht erteilt. Lediglich wurde bestätigt, dass die Sperrungen früher als bei vergleichbaren Veranstaltungen eingerichtet worden waren. Eine Begründung erfolgte nicht. Stattdessen wurde auf eine Nachbesprechung in zwei bis drei Wochen verwiesen. Erst danach könnten Fragen beantwortet werden.

Die Veranstalter des Heilbronner Triathlons, die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall eG und AUDI, wollten mit Sicherheit für ihre Unternehmen werben. Auch die Stadt Heilbronn möchte mit solchen Veranstaltungen für die Bürger und Besucher ein attraktives Angebot schaffen.

Der Triathlon ist eine Bereicherung für Heilbronn und wird von uns ausdrücklich begrüßt. Kritik richtet sich daher nicht gegen die Veranstaltung, sondern gegen deren Organisation. Eine Vollsperrung bereits ab Donnerstagabend für eine Veranstaltung am Sonntag war aus unserer Sicht unverhältnismäßig. Hinzu kam, dass für betroffene Anwohner kein kompetenter Ansprechpartner erreichbar war. Weder gab es eine Notfallnummer noch eine Stelle, die kurzfristig Entscheidungen treffen oder offensichtliche Probleme beheben konnte. Wer derartige Eingriffe in den öffentlichen Verkehrsraum veranlasst, muss auch während der Sperrzeiten erreichbar und handlungsfähig sein.