Vorzeigestadtteil wird zum Problemviertel – Heilbronn oder HEILBRONX?
Etwas verwundert war ich schon, als ich am 15. August 2026 die Überschrift in der Heilbronner Stimme gelesen habe: „Problemfall Neckarbogen“ und der Artikel dazu: „Der Vorzeigestadtteil wird zum Problemfall.“ Erst am 5. August 2026 hatte ich in der Stuttgarter Zeitung einen Beitrag gelesen, in dem beschrieben wurde, wie sich HEILBRONX verwandelt hat und im kommenden Jahr zur „Grünen Hauptstadt Europas“ wird.
Zitate aus dem Beitrag:
„Der Neckarbogen in Heilbronn gilt als Vorzeigeviertel. Er ist autoarm, grün – und liegt am Wasser.“
„Neubauten, Holzbauweise, mit Pflanzen berankt. Junge Menschen, Babys wiegend, Kaffee in der Hand. Vögel, Lastenräder – und glitzerndes Wasser am Rand: Von einem Industrie- und Hafengelände ist nichts mehr zu sehen.“
„Grün ist es hier – und friedlich.“
… das geht so weiter …
Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel träumt von einem grünen, nachhaltigen Heilbronn. Im Neckarbogen ist das angeblich bereits gelungen. Bilder der schönen heilen Welt fehlen in diesem Artikel natürlich auch nicht! Nun lese ich in der Heilbronner Stimme im Beitrag des Redakteurs Thomas Zimmermann, dass sich eine Bürgerinitiative gegründet hat.
Begründung für den „Bürgeraufstand“: Lärm, Müll und Poser, die mit aufheulenden Motoren des Nachts durch das Viertel rasen!
Problematisch ist vor allem die Zeit zwischen 22 Uhr und den Morgenstunden. Das Problem scheint seit Juni 2021 zu bestehen, und es lagen damals 300 Unterschriften von Beschwerdeführern vor. Laut einer von Redakteur Zimmermann befragten Frau ist die Situation seit damals nicht besser: „Es ist aber sogar schlimmer geworden.“ Auf die neueste negative Entwicklung sind scheinbar auch Polizei und Ordnungsamt aufmerksam geworden. Die Pressesprecherin der Polizei bestätigte eine Verdoppelung der eingegangenen Beschwerden vom Juli im Vergleich zum Juni. In 60 Prozent der Fälle war aber niemand angetroffen worden. – Tja: Poser und die Jugend sind halt gut vernetzt! Es erfolgten „entsprechende Maßnahmen“ wie Ermahnungen, Platzverweise oder Räumung der Örtlichkeit.
Der Kommunale Ordnungsdienst, der KOD der Stadt Heilbronn, hat dort 30 Kontrollen durchgeführt. – Kontrollen von was? Kontrollen einzelner Personen oder Kontrolle von Gruppen und vor allem … im kritischen Bereich nach 22 Uhr? Nur Statistik?!
Das Highlight dieser Maßnahmen waren anscheinend 16 Parkverstöße am 24. Juli.
Stadtrat Christoph Trossbach hat sich laut diesem Artikel unlängst ein Bild der Lage gemacht und fordert, dass Polizei und Ordnungsamt härter durchgreifen müssen. Er erwartet harte Konsequenzen. Er will, dass kontrolliert, bestraft und beschlagnahmt wird. Das braucht man weder der Polizei noch dem Ordnungsamt zu sagen, denn …
Herr Trossbach ist Jurist. Ihm ist daher bekannt, dass immer ein Tatnachweis geführt werden muss.
Das ist im Einzelfall vor Ort nicht so einfach, wie angenommen wird! Eine nicht zulässige Veränderung an einem Fahrzeug kann man mit dem nötigen Fachwissen feststellen und den Verantwortlichen belangen. Ein Verstoß aus einer Gruppe heraus begangen und das noch bei Nacht … viel Erfolg bei den Ermittlungen! – Zeugen werden Sie keine finden! … Wie in dem Artikel von Redakteur Zimmermann will niemand seinen Namen nennen! – So viel zum Sicherheitsgefühl in HEILBRONX?! Ganz egal, wie man die Sache sieht: Die Sorgen und Nöte von Bürgern sollte man immer ernst nehmen. Man sollte sie nicht so abtun, wie in der Politik zwischenzeitlich üblich, und sagen:
Was nicht sein darf, das nicht sein kann!
Das Treffen der Bürgerinitiative am 13. September in der Jugendherberge im Neckarbogen verspricht spannend zu werden.